
„Drawing a Tension“ – unter diesem Titel ist erstmals eine große Ausstellung aus der Sammlung Deutsche Bank in Portugal zu sehen. Die Auswahl von 120 Exponaten von 28 Künstlerinnen und Künstlern wird in der Fundação Calouste Gulbenkian in Lissabon präsentiert. Die beeindruckende spätmoderne Architektur der Ausstellungsräume bietet eine spannungsvolle Plattform für die Schau, deren zeitlicher Horizont sich von 1922 bis heute spannt und somit Werke der Klassischen Moderne bis hin zu Arbeiten der Gegenwartskunst umfasst.


Josef Albers, 1888-1976
Study for Homage to the Square, 1975
Sammlung Deutsche Bank
„Drawing a Tension“ zeigt Werke von Josef Albers, Hans Arp, Francis Alÿs, Pedro Barateiro, Joseph Beuys, Louise Bourgeois, Marcel Broodthaers, James Lee Byars, Hanne Darboven, Max Ernst, Otto Freundlich, Günter Förg, Eva Hesse, Thomas Hirschhorn, Olav Christopher Jenssen, Martin Kippenberger, Maria Lassnig, Zoe Leonard, Markus Lüpertz, Blinky Palermo, João Penalva, Sigmar Polke, Gerhard Richter, Karin Sander, Atsuko Tanaka, André Thomkins, Rosemarie Trockel und Heimo Zobernig. Anlässlich der Ausstellung erwarb die Deutsche Bank Arbeiten der portugiesischen Künstler Pedro Barateiro und João Penalva. Ein Teil dieser Neuerwerbungen wird im Rahmen von „Drawing a Tension“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Die deutsche Künstlerin Karin Sander entwickelte eigens für die Schau ein ortspezifisches Werk: Ihre polierte Wand reflektiert - auch im wörtlichen Sinne – auf subtile Weise die Ausstellung im Besonderen und die zeitgenössische Kunst im Allgemeinen.


Pedro Barateiro, *1979
Escultura de Casa, 2008
Sammlung Deutsche Bank
Die Ausstellung, die Meistwerke aus nahezu einem Jahrhundert versammelt, ist weder nach historischen Gesichtspunkten chronologisch aufgebaut, noch traditionell nach Medium, Technik oder wissenschaftlichen Kriterien klassifiziert. Vielmehr lädt das Konzept von „Drawing a Tension“ ein, verwandte Ansätze in Werken unterschiedlicher Gattung - wie Gemälden, Skulpturen, Zeichnungen, Drucken und Fotografien -, verschiedenen Alters und verschiedener Herkunft aufzuspüren. Die Gegenüberstellung widersprüchlicher Positionen erzeugt Spannung und motiviert, die vom kunsthistorischen Diskurs nicht selten eingeengte Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen neu zu erleben.


Thomas Hirschhorn
Musée Précaire Albinet (Lighter), 2004
Sammlung Deutsche Bank
„Drawing a Tension“ belegt, wie in der Kunstgeschichte anerkannte Werke im Dialog mit sorgfältig ausgewählten Gegenstücken ihre ursprüngliche „Brisanz“ – auf politischer, sozialer und intellektueller Ebene – bewahren können, ohne zu leeren Hülsen der Vergangenheit degradiert zu werden.


Martin Kippenberger
Krieg böse, 1991
Sammlung Deutsche Bank


Atsuko Tanaka, 1932 - 2005
Untitled (Study for Electric Dress), 1956
Sammlung Deutsche Bank
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Englisch/portugiesische Ausgabe mit Beiträgen der Kunsttheoretikerin Gertrud Sandqvist und des Kulturkritikers José Bragança de Miranda.
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Kurator

Jürgen Bock
Kunstkritiker und Direktor der Escola de Artes Visuais Maumaus in Lissabon
Rahmenprogramm (Auswahl)

Vortrag: Diedrich Diederichsen über Martin Kippenberger
Künstlergespräche: Karin Sander und Olav Christopher Jenssen
Genaue Termine und Öffnungszeiten sind der Website der Fundação Calouste Gulbenkian zu entnehmen.
www.gulbenkian.org
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